Fokusregion Steinburger Elbmarschen

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Elbpanorama mit Containerschiff
Historischer Bauernhof
Historisches Bauernhaus und Windenergieanlage
Marschlandschaft
Rathaus Wilster
Historisches Bauernhaus
Poster der Fokusregion Steinburg
Poster der Fokusregion Steinburg

Die Fokusregion liegt in den holsteinischen Elbmarschen der Unterelbe im Kreis Steinburg. Sie umfasst das Einzugsgebiet des Flusses mit seinen Marschen (Wilster und Kremper Marsch) bis an den Geestrandbereich. Seit dem Ausbau des Drainagesystems schrumpft die Wilster Marsch. Teile der Fokusregion liegen bis zu drei Meter unter dem Meeresspiegel (NN).

Im 12. Jahrhundert begann die systematische Kultivierung der Elbmarschen in Zusammenarbeit mit holländischen Kolonisten. Niederländisch geprägte Marschhufendörfer, gekennzeichnet durch schmale lange Ackerfluren, begleitet von Entwässerungsgräben und erhöhte Warften bestimmen bis heute in weiten Teilen das Landschaftsbild. Der niederdeutsche Hallenhaustyp und das sogenannte „Barghus“ sind typische baukulturelle Zeugen dieser und folgender Besiedlungs- und Entwicklungsphasen. Mit den Schöpfwindmühlen wurde im 16. Jahrhundert die Voraussetzung für die flächendeckende Besiedlung der tief liegenden Wilstermarsch geschaffen. Einziger Zeuge dieser Zeit ist die erhaltene museal genutzte Bockwindmühle Honigfleth bei Wilster.

Die Hauptorte der Elbmarschen waren bis zur Gründung der Festungsstadt Glückstadt die Städte Krempe und Wilster. Glückstadt, 1617 gegründet, stellt bis heute den Idealtyp einer auf dem Reißbrett angelegten Radialstadt der Neuzeit dar und besitzt durch die gut erhaltene Bausubstanz den Charakter eines Stadtdenkmals. Der historische Stadtkern ist nicht nur als attraktives Reiseziel in Norddeutschland bekannt, sondern auch für den „Glückstädter Matjes“ oder das „Glückstädter Gemüse“.

Einen wesentlichen Einschnitt in den Landschaftsraum der reliefarmen Wilstermarsch stellte der 1895 eingeweihte Nord-Ostsee-Kanal dar. Die hohen Eisenbahndämme, Stahlfachwerkbrücken oder Schleusenanlagen sind heute ein wichtiges Identifikationsmerkmal der Region.

Seit den 1970er Jahren findet in der Landwirtschaft ein starker Strukturwandel statt. Durch den technischen Fortschritt und den damit verbundenen Rationalisierungen hat sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und damit auch die Zahl der Erwerbstätigen, die in der Landwirtschaft arbeiten, reduziert. Auch das Landschaftsbild veränderte sich durch den Ausbau der Infrastruktur (Verkehr, Energieerzeugung), drainierte Flächen, verrohrte Gräben und statt historischen Bauernhäusern prägen an vielen Stellen moderne Hallen und kleinere Wohnhäuser nun die Landschaft.

Auch der Ausbau regenerativer Energien und dem damit verbundenen Netzausbau steigert den Veränderungsdruck auf die einzigartigen Haus- und Kulturlandschaften der Elbmarschen, die zunehmend industriell überprägt sind. Die damit verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität führt nicht selten zu Konflikten, weil die Dorfbewohner ihre Wohnqualität beeinträchtigt sehen. Auf der anderen Seite bieten „neue“ Dorfbewohner eine Chance für den ländlichen Raum, um durch Nachnutzung von historischen Gebäuden Identität zu bewahren und dem demographischen Wandel entgegenzuwirken.

Die Ende 2013 aktualisierte kleinräumige Bevölkerungsentwicklungsprognose für den Kreis Steinburg weist für den Zeitraum 2012 – 2025 einen signifikanten Rückgang der Bevölkerungszahlen aus. Im Kreisdurchschnitt nehmen die Zahlen um 6,5 % ab. Diese Entwicklung macht es dringend notwendig, Strategien für die Zukunftsfähigkeit der Region zu entwickeln.